Mosasaurus

Mosasaurus

Mit Mosasauriern (Maasechsen) wird eine Gruppe ausgestorbener varanartiger Meeresreptilien bezeichnet, die an ein Leben im Wasser (marines Milieu) angepasst waren: Ihre Vorfahren lebten an Land.
Dies ist ein Paradebeispiel für Evolution. Im späten Kreidezeitalter (98–66 Millionen Jahre vor unserer Zeit) entwickelten sich sehr unterschiedliche Formen, die sich unter anderem an das offene Meer, küstennahe Gewässer oder als „Schalenknacker“ spezialisierten, welche mit ihren haselnussförmigen Zähnen Muscheln verzehrten. Dabei zeigte sich gleichzeitig ein allgemeiner evolutionärer Trend: Die meisten neu entstandenen Arten wurden im Verlauf der Kreidezeit immer größer. Alle Arten waren lebendgebärend.
Von Platecarpus, einem Mosasaurier, der vor etwa 88–80 Millionen Jahren lebte, wurden Skelette in den Sedimenten des nordamerikanischen Binnenmeeres gefunden, das während der Kreidezeit bestand: dem sogenannten „Ocean of Kansas“. Obwohl Platecarpus ein relativ früher Mosasaurier ist, zeigt er bereits die typische Körperform: stromlinienförmig, mit flossenartigen Gliedmaßen und einer Wirbelsäule, die aus 119 Wirbeln besteht. Als „früher“ Mosasaurier erreichte Platecarpus mit 4–6 Metern relativ bescheidene Maße. Mit seinen spitzen Zähnen ernährte er sich vermutlich vorwiegend von Belemniten, Ammoniten und Fischen.
Der Namensgeber der Gruppe der Maasechsen ist Mosasaurus hoffmanni. Diese Art wurde berühmt, da bereits im 18. Jahrhundert zwei Schädel aus der St. Pietersberg bei Maastricht von europäischen Wissenschaftlern untersucht und beschrieben wurden. Mosasaurus hoffmanni lebte am Ende der Kreidezeit, vor etwa 66 Millionen Jahren, und konnte mit einer Länge von etwa 17 Metern fast dreimal so groß werden wie Platecarpus. Die Zähne von Mosasaurus hoffmanni waren kräftig, und große Meeresschildkröten sowie andere (kleinere) Mosasaurier gehörten sicher zu seiner Beute.
Mosasaurus hoffmanni hatte eine transatlantische Verbreitung und starb zusammen mit den Dinosauriern infolge der Umweltkatastrophe aus, die durch den Einschlag eines Planetoiden ausgelöst wurde und das Ende der Kreidezeit markiert.
Dieses Skelett von Platecarpus tympaniticus wurde 2020 in Gove County, Kansas, USA, ausgegraben und ist zu 95 % vollständig, das heißt, es besteht aus originalen Skelettteilen; einige wenige fehlende Teile wurden rekonstruiert. Das Skelett umfasst 7 Halswirbel, 20 Brustwirbel, 5 Kreuzbeinwirbel und 87 Schwanzwirbel.