wissenschaftliche Untersuchungen
- Lisa Verhagen
- März 27th, 2026
Mittwoch, 25. März 2026 – HELLEVOETSLUIS
Heute herrschte reger Betrieb im Mammut-Labor in Historyland: wissenschaftliche Untersuchungen an Überresten von Säbelzahnkatzen und anderen großen Raubkatzen aus dem Pleistozän standen auf dem Programm.
Dr. Marjolein Admiraal vom Zentrum für Isotopenforschung der Rijksuniversiteit Groningen (RUG) führt im Rahmen ihres zweieinhalbjährigen Projekts „FLOOD“ (Framing the Late-Pleistocene chrOnOlogy of environmental and cultural change in Doggerland, gefördert von der Europäischen Kommission) Untersuchungen zum Vorkommen der Säbelzahnkatze Homotherium latidens im Pleistozän durch. Diese Eiszeit dauerte von etwa 2.580.000 bis 11.700 Jahren vor heute.
Neben Funden von Säbelzahnkatzen aus der Sammlung von Historyland, die am Strand der Maasvlakte 2 entdeckt wurden, konnte sie auch zahlreiche Stücke von engagierten Bürgerwissenschaftlern untersuchen und beproben. Dazu gehören unter anderem Bart Begijn (Middelburg), Kommer Tanis (Havenhoofd), Marc Simmelink (Hellevoetsluis), Renate Wolthuis (Melissant) und Ron Nederpelt (Honselaarsdijk).
Die Probenentnahme erfolgt dabei äußerst sorgfältig: Mit einem Dremel wird ein sehr kleines Stück vom Knochen abgesägt – meist kaum sichtbar. Diese Proben werden anschließend im Labor auf artspezifische Eiweiße untersucht (ZooMS-Methode). Auf diese Weise lassen sich auch Knochenfragmente bestimmen, die mit bloßem Auge nur schwer zu identifizieren sind.
Ein unmittelbares Ergebnis liegt noch nicht vor. Doch angesichts der hervorragenden Qualität der fossilen Funde wird mit aussagekräftigen Resultaten gerechnet – nun heißt es abwarten. Sollten auf diesem Weg weitere Säbelzahnkatzen identifiziert werden, kann in einem nächsten Schritt das Alter der Funde bestimmt werden. Dies geschieht mithilfe der neuesten Radiokohlenstoffmethode in Zusammenarbeit zwischen den C14-Laboren in Oxford und Groningen.
Kurzum: Es war ein arbeitsreicher Tag im Labor, bei dem viel geleistet wurde. Insgesamt wurden nicht weniger als 16 Skelettteile untersucht und beprobt.
Besonders erfreulich ist die große Bereitschaft der Bürgerwissenschaftler, ihre Funde für die Forschung zur Verfügung zu stellen. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.