Vom Devon bis zum Karbon

Vor rund 350 Millionen Jahren bevölkerten gigantische Lebewesen die Erde, wie die riesige Libelle Meganeura monyi. Dieses sogenannte „Griffenfliegen-Insekt“ war das größte fliegende Insekt, das je existierte, und konnte eine Flügelspannweite von über 70 cm erreichen – so groß wie eine Krähe. Stell dir vor, wie es wäre, wenn so ein Wesen auf dich zufliegen würde!
In dieser Zeit konnte man auch auf den riesigen Landskorpion Pulmonoscorpius treffen, der mit einer Länge von 70 cm fast so groß wie eine Hauskatze war. Ebenso lebte die beeindruckende Arthropleura, ein gigantischer Tausendfüßler, der bis zu 2 Meter lang werden konnte (siehe Abbildung 1). Sie war das größte jemals an Land lebende Gliederfüßer.
Die größten Gliederfüßer lebten jedoch im Wasser, wie der gigantische Jaekelopterus (siehe Abbildung 2). Diese Seeskorpione konnten eine unglaubliche Länge von bis zu 2,5 Metern erreichen.
Während des Karbons war die Erde fast vollständig von Wäldern und Sümpfen bedeckt, was zu einem viel höheren Sauerstoffgehalt führte als heute. Man nimmt an, dass dies dazu beitrug, dass Insekten solche monströsen Größen erreichen konnten. Vergleiche heutige Insekten einmal mit ihren prähistorischen Verwandten!
Im späten Devon entwickelte sich einer unserer frühesten Vorfahren: Tiktaalik. Dieser Fisch konnte mit seinen kräftigen Flossen, die als primitive Beine dienten, aus dem Wasser kriechen. Das war der Beginn des Lebens von Wirbeltieren an Land.
Ein interessantes Detail ist, dass bestimmte Bakterien und Pilze, die Pflanzen zersetzen, damals noch nicht existierten. Dadurch bildeten die abgestorbenen Pflanzen im Laufe von Millionen Jahren eine dicke Schicht, die zu Kohle versteinerte. Ohne Steinkohle und andere fossile Brennstoffe würde die Welt heute wahrscheinlich ganz anders aussehen.